Übrigens

Wir sind Weltmeister! Fucking Weltmeister! 24 Jahre hab ich darauf gewartet, da ich ’90 leider überhaupt nicht mitbekommen hab (obwohl ich 6 Jahre alt war).

Und damit dieser Post nicht ganz so allein dasteht, noch ein Hinweis auf die (einzig lesbare) Einzelkritik der Nationalmannschaft von den 11 Freunden.

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Ich möchte eine Welt…

…in der ich aus einer Toilette trinken kann ohne Ausschlag zu kriegen. Aber noch viel mehr möchte ich eine Welt, in der Schwule, Lesben und Transgender als das angesehen werden, was sie wirklich sind: Menschen wie du und ich, welche exakt die gleichen Rechte verdient haben wie jeder andere auch.

Und somit auch, dass all die homophoben Spacken endlich mal zur Vernunft kommen — ist schließlich auch schlecht für die Gesundheit.

Bis dahin braucht es zwei Dinge. Zum einen diejenigen, die immer wieder auf das Thema aufmerksam machen, aufklären, Ängste nehmen. Dabei helfen gut recherchierte und wissenschaftlich fundierte Artikel oder bekannte Leute, denen man zuhört. Wie z.B. den von mir überaus geschätzten Marcus Wiebusch, der in der ersten Single seines Solo-Albums auf grandiose Weise mit dem Thema Homophobie im Fußball aufräumt.

Und zum anderen bedarf es natürlich weiterhin Leute, die sich outen — damit es endlich der Normalzustand wird und kein Stigma bleibt. Prominente und Menschen mit Vorbildfunktion wirken da besonders gut. Schließlich haben sie auch das meiste zu verlieren, wie Ellen DeGeneres am eigenen Leib zu spüren bekam. Und so ist es verständlich, dass Thomas Hitzlsperger sein Coming Out erst nach dem Karriereende bekanntgab. Oder dass erfahrere Schauspielerinnen wie Ellen Page sich in ein nervöses Häufchen mit zittriger Stimme verwandeln.

Dabei wäre alles nicht nötig, denn…

Weil wir Menschen nicht danach bewerten, wen sie lieben
Ihr Sex ihre Sache ist und sie es nicht verdienen
Von den Dümmsten der Dummen beurteilt zu werden

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Vergessene Perlen

Die ersten Wochen des neuen Jahres hab ich genutzt, um all die tolle Musik nachzuholen, die 2013 irgendwie an mir vorbeiging. Das geht natürlich umso besser, wenn einem die Auslese durch diverse Jahrescharts abgenommen wird. In erster Linie sind das bei mir plattentests und éclat. Und ich musste feststellen, dass verdammt viel gute Musik an mir vorbeiging. So viel, dass meine Spotify playlist immer noch nicht abgearbeitet ist. Eine kleine Übersicht über die besten vergessenen Perlen:

Daughter – If You Leave

Wenn bei oben angesprochenen Jahrespolls nach dem besten Newcomer des Jahres gefragt wird, hätte ich definitiv geschrieben: Daughter. Leider kannte ich die da noch gar nicht und so hab ich auch deren Debütalbum verpasst. Das habe ich dann allerdings innerhalb von zwei Tagen 5x durchgehört und mittlerweile noch einige Male mehr. Wunderschöner Dream Pop, den man gar nicht mehr ausstellen möchte und Lyrics, die unter die Haut gehen. Am besten beweist das Home (von der Wild Youth EP), welches live noch einmal exponentiell großartiger wird. Sowohl die Musik, als auch Frontsängerin Elena Tonra bringen die Emotionen der Texte sensationell gut rüber.

London Grammar – If You Wait

Bei dem Albumnamen könnte man meinen, dass sich London Grammar mit Daughter abgesprochen hätten. Auch musikalisch liegen die beiden Bands nicht allzu weit auseinander. Und beide kommen aus London… soweit zu den Verschwörungstheorien. Die Stimme von Hannah Reid finde ich etwas gewöhnungsbedürftig, wenngleich sie ohne Frage wahnsinnig gut singen kann. Ebenso ein tolles Album für verregnete Tage oder kalte Nächte. Am besten mit einem Glas Wein.

Savages – Silence Yourself

Selten ein Album gehört, bei dem die Bezeichnung Post-Punk so gut passt wie bei Savages. Ein Hauch von 80er Punk im Jahre 2013. Düster, dreckig, aggressiv, rau. Perfekt, um mal wieder ordentlich die Sau rauszulassen. Überflüssig zu erwähnen, dass Savages ebenfalls aus London stammen.

Darkside – Psychic

Auch Darkside tauchte immer wieder in den Jahreslisten diverser Musikredakteure auf. Also Spotify an, reinhören und… zu anstrengend. Ausgemacht. Zum Glück hab ich dem Album in einer ruhigen Minute noch eine zweite Chance gegeben. Psychic ist definitiv anstrengend und vor allem schwer zu definieren. Ist das jetzt Ambient, House, IDM oder doch sowas wie Art Rock? Letztendlich ist es alles zusammen, was der Opener Golden Arrow eindrucksvoll beweist.

CHVRCHES – The Bones of What You Believe

Jemand, der mit Depeche Mode aufgewachsen ist, wird zeit seines Lebens immer ein wenig anfällig für Synthies sein. Churches befriedigen dieses Bedürfnis ganz wunderbar. Außerdem bin ich unsterblich in Lauren Mayberry verknallt.
Ironischerweise ist der eine Track, bei dem Lauren nicht am Mikro steht, meiner Meinung nach auch gleichzeitig der schlechteste. Davon abgesehen absolut solider Synth Pop, zu dem man auch gerne mal mit dem Arsch wackeln darf.

Jon Hopkins – Immunity

Das Album hatte ich tatsächlich schon 2013 auf dem Radar, hab es aber irgendwie nie richtig angehört. Bis dann eines Tages das Video zu Collider in meinem Facebook Feed auftauchte und ich ganz dringend auch noch den Rest des Albums genauer unter die Lupe nehmen musste. Hat sich gelohnt — abwechslungsreicher Microhouse und mit Sicherheit eines der besten elektronischen Alben von 2013.

Das ist jetzt nur ‘ne kurze Liste. Ich bin wie gesagt noch gar nicht mit allem durch, was ich mir da zusammengesucht habe und ich entdecke immer noch neue, großartige Musik, die letztes Jahr veröffentlicht wurde. Zu dem, was ich eigentlich nachholen wollte — die neuen Alben von Arcade Fire und The National — bin ich bis heute nicht gekommen.

Und 2014? Verspricht mindestens genau so großartig zu werden. In den ersten Wochen gab es bereits neues Material von Warpaint und Bohren & der Club of Gore. In näherer Zukunft stehen die Veröffentlichungen von Phantogram, The Notwist und La Dispute(!!!) an. Und wer weiß… vielleicht sogar ein neues Tool Album. Die haben zumindest schon mal ‘ne kleine US Tour angekündigt.

PS: Ich hab so oft es geht auf Videos von KEXP verlinkt, weil die einfach einen der besten youtube channel im weiten Internetz haben.

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Grimme-Preis für den Postillon!

Wow. Der Postillon ist ja an sich schon die beste Satire-Seite im Netz und hat meiner Meinung nach sein Vorbild The Onion längst überholt. Aber was sie jetzt geschaffen haben, ist absolut Grimme-Preis-verdächtig.

Heute Nachmittag wurde über sämtliche Kanäle getickert, dass Ronald Pofalla in den Vorstand der Deutschen Bahn wechselt. Das ist an sich schon recht gute Satire, da er vor kurzem erst angekündigt hat, sich mehr aufs Private zu konzentrieren. Ursprung der Meldung war die Saarbrücker Zeitung. Der Postillon hat nun vor ein paar Stunden einen Artikel veröffentlicht, der genau das gleiche aussagt, hat ihn aber auf gestern zurückdatiert. Und jetzt schreien alle auf, dass sämtliche Medien auf diese Fakemeldung reingefallen sind. Dabei ist es genau umgekehrt – der Postillon führt seine eigenen Leser an der Nase herum. Und wie man auf Twitter und Facebook sehen kann, klappt das wunderbar.

Faszinierend, erschreckend und auf alle Fälle absolut großartig. Chapeau, Postillon!

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Bullshit rising

Das Internet ist kaputt. Und das nicht nur dank NSA, GCHQ, BND und wer da sonst noch alles schnüffelt. Auch wegen einer Krankheit, die sich seit ein paar Monaten im Netz ausbreitet: Overlays, die beim Aufruf einer Website auftauchen, den Content verdecken und um Facebook Likes, Newsletteranmeldungen oder sonstigen Bullshit betteln. Vor ein paar Tagen machte deshalb völlig zu Recht der Tumblr Tab Closed, Didn’t Read die Runde. Andy Beaumont fasst es dort äußerst treffend zusammen:

If you’re going to insist on obscuring your content with some stupid social shit, a promo for your shitty app or a full-page newsletter signup form, then I’m not going to read your content. Or click on your ads. Or help you generate revenue in any way.

Aber das ist nur die Spitze des Bullshit-Eisberges. Andy führt das in einem Gastbeitrag auf medium.com noch etwas aus und spricht dabei auch das andere Geschwür an, welches das Internet immer mehr auffrisst: Buzzfeed, Upworthy und andere Seiten, die durch ihre Posts ausschließlich Klicks generieren wollen, ohne dabei nachzudenken, was sie da ins Netz pulvern. Es ist lediglich “ein Strom von Clicks auf emotionale Trigger”. 53 Wege deine Besuchenzahlen zu verdoppeln. Bullshit. Braucht kein Mensch. Passend dazu der Twitter Rant von René, welcher glücklicherweise auf fakeblog.de für die Ewigkeit festgehalten wurde. Welche Daseinsberechtigung haben Blogs, die ungefiltert dieselben Sachen posten, die vor ein paar Stunden auf Reddit (oder 9gag für die uncoolen Leute) der heiße Scheiß waren? Brad Frost bringt es in seinem Vortrag recht gut auf den Punkt.

We as creators have a decision to make. Do we wanna be part of the 90% of noise? Or do we wanna be part of the 10% of signal?

Ergänzend dazu sei noch der hervorragende Vortrag von Mike Monteiro ans Herz gelegt. Er lässt sich über schlechte Designentscheidungen aus und was das für Auswirkungen für Dritte haben kann. Design passiert nicht einfach so, es ist eine bewusste Entscheidung. Das gleiche gilt für Content. Und für alles andere.

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Als MTV noch Musikvideos zeigte #5

Tool – Parabola

Ich kann nicht mehr sagen, was mich anfangs bei Tool am meisten begeistert hat. Die extrem surrealen Stop-Motion-Musikvideos oder dieser unglaublich ausgetüftelte und abwechslungsreiche Progressive Metal, den mein 18jähriges Ich bis dahin noch nicht gehört hatte. Die Großartigkeit der Band lässt sich jedenfalls bei beidem erkennen. Und meine Fresse: es sind schon wieder über 7 Jahre seit dem letzten Album. Goddamnit.

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Zappin’ and clappin’

Offenbar ist gerade die Zeit der großartigen Musikvideos angebrochen. Vor 2 Tagen hat Bob Dylan zu seinem Klassiker “Like A Rolling Stone” dieses Meisterwerk veröffentlicht:

Bob Dylan - Like A Rolling Stone
Bob Dylan – Like A Rolling Stone

Und jetzt folgt Pharrell Williams mit ‘nem ähnlichen Kunststück:

Pharrell Williams - 24 hours of happy
Pharrell Williams – 24 hours of happy

Ich könnte das tatsächlich problemlos 24 Stunden am Stück hören. Mehr davon!

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What happened?

Ich wollt ma wieder etwas bloggen, aber bevor ich mir ein Thema rausgreife, kommt erst mal eine kommentierte Linkschleuder mit Sachen, die mir in den letzten Tagen / Wochen / Monaten so begegnet sind.

Tools

Firefox Australis

Der kleine Panda von Mozilla bekommt in den Nightly Builds ein UI Update (“Australis”), wodurch Firefox danach so ziemlich wie Chrome ausschaut. Gefällt mir persönlich sehr, insbesondere da ich als jahrelanger Chrome Nutzer gerade wieder zu Firefox gewechselt bin. Googles Browser entwickelt sich meiner Meinung nach seit ‘ner Weile nicht mehr voran, im schlimmsten Fall eher sogar zurück.

TeamDrive & BitTorrent Sync

Nach den NSA-Enthüllungen brauchte ich ein paar Alternativen zu den US Cloudanbietern (Dropbox, Google Drive, etc.) und bin zunächst eine Weile mit Wuala und Boxcryptor als zusätzliche Verschlüsselung gefahren. Wuala hat allerdings einen fürchterlichen Windows Client und bei Boxcryptor ist man in der kostenlosen Version auf 2 registrierte Geräte beschränkt. TeamDrive ersetzt die beiden mehr als würdig. Zwar nur 2GB kostenloser Speicher, aber dafür 256bit end-to-end Verschlüsselung und EU-Server (bzw. kann man sogar seinen eigenen Server nutzen).
Für die Datensynchronisation (ohne Cloud!)  zwischen Desktop Rechner und Laptop hab ich bisher Cubby verwendet. Deren DirectSync Feature gibt’s mittlerweile aber nur noch in der Pro Version. BitTorrent Sync erledigt den Job mindestens genau so gut und verschlüsselt die Datenübertragung außerdem noch.

Ob das tatsächlich was bringt, sei dahingestellt. Die beste Alternative wäre wahrscheinlich eh seine eigene Cloud zu bauen. Das mache ich auch… später…

Webentwicklung

Adobe Edge

Bleiben wir noch kurz bei den Tools. Ich bin vor kurzem auf Adobes Web Development Suite Edge aufmerksam geworden. Die Programme sind losgelöst von der Creative Suite und in Zukunft wahrscheinlich ausschließlich über Adobes Creative Cloud zu beziehen. Insbesondere Edge Animate hat mich interessiert – Animationen im Browser mit dem Interface von After Effects. Sah spannend aus. Nach ein bisschen Rumprobieren werden die Animationen aber wohl leider nicht mit CSS3, sondern mit JavaScript umgesetzt. Nichtsdestotrotz ein praktisches Werkzeug und ich werde mir auch noch den Rest der Suite genauer anschauen.

Sass

Durch meinen neuen Job bin ich zum ersten Mal mit Sass in Berührung gekommen. Sass ist ein CSS-Preprocessor, der — neben vielen anderen Sachen — die Verwendung von Variablen innerhalb von CSS ermöglicht. Passenderweise erschien vor ein paar Tagen ein Kompendium zu Sass, von dem das erste Kapitel auch online verfügbar ist. Ich werd das privat mit Sicherheit auch bald testen.

Ressourcen

Seiten, die ich in letzter Zeit sehr zu schätzen gelernt habe: A List Apart, Elmastudio (gerade bzgl. WordPress), CSS-Tricks und Smashing Magazine. Alles hochklassiger Content über den aktuellen Stand des Webs.

Musik

Darf natürlich nicht fehlen. Meine Perlen der letzten Monate:

Surreal & The Sound Providers

Gefunden durch dieses nette Video und danach am ganzen Album hängengeblieben. Vielleicht sind’s die ungewohnten Jazz-Elemente oder weil’s einfach so sehr an Tony Hawk’s Pro Skater erinnert. Da ich mich mit Hip-Hop generell etwas schwer tue, bin ich über jeden Künstler erfreut, der nicht nach Standard EastCoast-WestCoast-Blahcoast-Bullshit klingt.

Oliver Schories

Ich hab den Eindruck, dass alles, was der Herr anfasst, zu Gold wird. Elektronisches Tech House Gold. Sein zweites Album “Exit”, was dieses Jahr rauskam, ist noch mal um einiges besser als der Vorgänger. Zusätzlich kann man auf seinem sehr gepflegten YouTube Channel noch den ein oder anderen genialen Remix anhören. Als wär das nicht genug, macht er auch noch hervorragende DJ-Sets.

Moderat

Ihr Zweitwerk ist wahrscheinlich das chilligste Album, was ich 2013 auf die Ohren bekam. Allein Therapy ist zum Dahinschmelzen.

2:54

Kenn ich schon ‘ne Weile, aber bisher hat jeder, dem ich das vorgespielt habe (also in erster Linie meine Mitfahrer…), nachgefragt, wie diese nette Band mit dem eigenwilligen Namen heißt. Zurecht. Sehr angenehmer Shoegaze / Dream Pop, ohne gleich super melancholisch zu werden.

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46 & 2

Nein, das sind nicht die Ergebnisse von CDU/CSU und FDP bei der Bundestagswahl, wenn auch ziemlich nah dran. Vielmehr ist es ein Track von Tools Überalbum Ænima, was jetzt eine sehr würdige Coverversion von einer Schülerband spendiert bekommen hat:

Tool — die Band mit den abgedrehten und fast schon verstörenden Musikvideos, deftigen Progressive Metal Riffs und Lyrics über Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Und dann kommt da so ein 10jähriges Stimmchen daher und lässt Maynard für einen Moment ganz alt aussehen. Aber auch der Rest der Band ist großartig, insbesondere der Drummer.

Zum Vergleich noch mal das Original:

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You’re so Vine!

Vine Videos entsprechen gerade genau meiner Aufmerksamkeitsspanne und erst recht meinem Humor.

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