Kowloon Walled City

© Ian Lambot & Greg Girard

© Ian Lambot & Greg Girard

Die anarchische “City of Darkness” war einst die am dichtesten besiedelte Stadt der Welt. Wie dicht? 33000 (schätzungsweise bis zu 50000) Einwohner auf 2.7 Hektar. Das sind 126×213 Meter und macht hochgerechnet eine Bevölkerungsdichte von unfassbaren 1.3 Millionen Einwohnern pro km².

Ursprünglich war es ein chinesischer Militärposten, der 1847 zum Fort ausgebaut wurde als Hong Kong an Großbritannien abgetreten wurde. 1898 wurden im Zuge der Zweiten Pekinger Konvention die New Territories (nördlichster Teil von Hong Kong) dann für 99 Jahre an die Briten verpachtet. Dies schloss die Kowloon Walled City allerdings nicht mit ein, sodass es weiterhin in chinesischer Verwaltung verblieb.

Während der japanischen Besatzung Hong Kongs wurden die Mauern der KWC abgerissen. Ende des 2. Weltkriegs begann die Einwohnerzahl dann kontinuierlich zu steigen – billiger Wohnraum, keine Steuern und viele Flüchtlinge. Da sich weder Briten noch Chinesen für die Stadt interessierten bzw. sich um sie kümmerten, entstand eine anarchistische Stadt, in der lediglich die Triaden regierten.

Die Häuser hatten am Ende bis zu 14 Stockwerke – alles natürlich ohne Genehmigung oder sonstige Vorschriften gebaut. Strom- und Wasserleitungen wurden ähnlich improvisiert verlegt. In einem Artikel der South China Morning Post gibt’s eine schöne Illustration, die den Aufbau der Stadt verdeutlicht.

Kowloon Walled City

Kowloon Walled City

Die meisten Bilder, die man im Netz findet, stammen von Ian Lambot & Greg Girard. Die haben 1993 (das Jahr, in dem begonnen wurde die KWC abzureißen) ihr Buch “City of Darkness” veröffentlicht. Letztes Jahr gab’s dann eine Kickstarter-Kampagne für eine Neuauflage, die leider an mir vorbei ging. Ist mittlerweile auch erschienen, aber mit £58.50 nicht ganz günstig.

Wer noch mehr erfahren möchte kann sich den Podcast auf 99% invisible anhören, ‘ne Doku von 1989 reinziehen oder sich auf der sehr schönen Seite vom Wall Street Journal durchklicken.

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